easyfolio-Marktbericht 4. Quartal 2014

easyfolio-Marktbericht 4. Quartal 2014

Positive Quartalsbilanz trotz schwierigen Marktumfelds

Ein stetes Auf und Ab der Kurse beherrschte im 4. Quartal 2014 das Börsengeschehen. Höheren Kurgewinnen folgten schon bald wieder größere Kursrückschläge. Längere Zeit wurde die Börse vor allem in Deutschland und Europa getrieben von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Nach der vergangenen Zinssenkung im 3. Quartal kauft sie nun auch Kreditverbriefungen und Unternehmensanleihen in Milliardenhöhe auf, um die Konjunktur in den EU-Peripheriestaaten anzukurbeln.

Zwischenzeitlich belasteten jedoch auch verschiedenste negative Konjunkturnachrichten die Börsenkurse. Neben zahlreichen Wirtschaftsinstituten musste so auch die Bundesregierung ihre Wirtschaftsprognose für das laufende Jahr von 1,8 auf 1,2 Prozent Wachstum herunterschrauben. 2015 soll die deutsche Wirtschaft danach nur 1,3 Prozent statt 2,0 zulegen.

Noch düsterere Aussichten kamen von den Wirtschaftsweisen, die für 2015 lediglich mit einem BIP-Plus von 1,0 Prozent ausgehen. Weitere Faktoren belasteten die Märkte zusätzlich: die gefürchtete, vorzeitige Zinswende in den USA dank einer raschen Erholung der dortigen Wirtschaft, eine schwächelnde Wirtschaft in China sowie ein rasanter Ölpreisverfall. Letzterer führte zuletzt zu einem zwischenzeitlichen Kursrückschlag von rund 800 Punkten. Auch die Russland-Sanktionen belasteten deutsche Exportunternehmen.

Trotzdem konnte der DAX seit Quartalsbeginn dank einer leichten Erholung vor Weihnachten noch 3,55 Prozent zulegen.

Europa erholt sich nur langsam

Die europäische Wirtschaft erholte sich nur langsam. Insbesondere Frankreich entwickelte sich immer mehr zum Sorgenkind innerhalb der Eurozone. Vorgezogene Präsidentschaftswahlen in Griechenland schickten die Kurse von Aktien dortiger Unternehmen in den Keller. Der Euro Stoxx 50 verlor bis Ende Dezember 2014 2,24 Prozent. Außerhalb der Eurozone erlebten die russische Börse sowie der Rubel einen regelrechten Absturz. Der russische RTX halbierte sich im 4. Quartal nahezu.

US-Wirtschaft auf Erholungskurs

Ganz anders in den USA. Hier jagte der S&P 500 von Rekordhoch zu Rekordhoch. Der S&P 500 stieg infolge einer sich rasch erholenden Wirtschaft um 2,05 Prozent. So legte die US-Wirtschaft um 3,5 Prozent zu. Das Verbrauchervertrauen stieg auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Immer mehr nährte sich dadurch die Angst einiger Anleger vor einer rascheren Zinswende. Doch diese erwies sich vorerst als unbegründet. Auf der Sitzung der US-Notenbank Fed kündigte deren Chefin Yanet Yellen an, dass die Zinssenkung „ohne Eile“ ins Auge angegangen werde. Analysten deuten diese Aussage, dass die Zinssenkung nicht vor Juni 2015 erfolgen wird.

Japanische Unternehmen profitieren von schwachem Yen

Der schwache Yen sowie die Entscheidung zu einer Verschiebung der geplanten Mehrwertsteuererhöhung hievte den japanischen Leitindex Nikkei 225 auf ein Siebenjahreshoch. Von Quartalsbeginn bis Ende Dezember 2014 stieg der Index um 6,4 Prozent.

China als Konjunkturlokomotive der Welt schwächelt

Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal nur um 7,3 Prozent gewachsen, und dies trotz gezielter Konjunkturanreize. Die Regierung hatte zuvor ein BIP-Plus von 7,5 Prozent als Zielmarke vorgegeben. Belastend auf die Kurse chinesischer Aktien wirkten sich im 4. Quartal auch die Studentenunruhen in Hongkong aus. Zu zwischenzeitlich größeren Börsensprüngen hingegen führte die neue Kooperation der Börsen Shanghai und Hongkong. Nun können auch nicht privilegierte ausländische Investoren Aktien Festlandchinas kaufen. Täglich können in Hongkong und Shanghai von der jeweils anderen Börse Aktien im Gesamtvolumen von 2,8 Mrd. Euro grenzüberschreitend gehandelt werden. Dies war ein wichtiger Schritt zur freien Konvertierung der chinesischen Währung Renminbi. Unter dem Strich steht aber aufgrund eines zwischenzeitlichen Kurseinbruches lediglich ein Kursplus von  0,4 Prozent beim Hang Seng.

Alle easyfolio-Portfolios mit positiver Rendite

Wer über die easyfolio-Portfolios auf eine breite Streuung über alle Anlageregionen setzte, erwirtschaftete trotz der schwierigen Marktbedingungen eine positive Rendite. Die beste Rendite erzielte dabei im 4. Quartal ausgerechnet die defensivste Variante, der easyfolio 30 (+1,36 Prozent) mit einem vergleichsweise geringen Aktienanteil von 30%.

ETFs auf US-Aktien dank Dollaraufwertung mit höchster Rendite

Die höchste Rendite mit +6,58 Prozent erzielten im Aktien-Bereich die beiden ETFs auf den US-amerikanischen Leitindex S&500. Neben der eigentlichen Kursentwicklung profitierten die Anleger gleichzeitig an der Währungsaufwertung des US-Dollars. ETFs auf japanische Aktien, die zwar nominell im Kurs deutlich mehr zulegten, profitierten dagegen unter dem Strich nur leicht. Aufgrund der Währungsverluste legten sie auf Quartalssicht nur leicht um 1,18 Prozent zu.

Wenig lukrativ war hingegen der UBS-Schwellenländer-ETF, der einen Verlust in Höhe von 4,44 Prozent  erzielte. Ein noch höheres Minus spielte im 4. Quartal der iShares-ETF auf den MSCI Canada ein, der 5,28 Prozent verlor.

Unternehmensanleihen und europäische Staatsanleihen mit höchster Rendite im Rentenanteil

Das weiterhin niedrige Zinsniveau macht Anleihen-Investments derzeit wenig attraktiv. Den höchsten Anteil am Rentenportfolio erbrachten dabei globale Unternehmensanleihen. Der betreffende iShares-ETF legte auf Quartalssicht über drei Prozent zu. Auch Euro Staatsanleihen erbrachten noch ein Plus in Höhe von 1,52 Prozent. Lokalwährungsanleihen der Schwellenstaaten erlitten auch aufgrund mancher Währungsabwertungen, zum Beispiel des Rubel oder des Brasilianischen Real, die höchsten Verluste in Höhe von 1,95 Prozent.

Fazit: Trotz schwieriger Marktbedingungen konnten Anleger aufgrund der breiten Anlagestreuung eine positive Quartalsrendite erzielen.

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