Gebühren fressen Gewinne auf – deshalb auf die Kosten der Geldanlage achten!

Haben Sie sich auch schon einmal über die monatlich anfallende Kontoführungsgebühr geärgert? Es ist meist nicht viel, dennoch wurmt es viele, wenn dieser Betrag auf dem Kontoauszug angezeigt wird. Bei Anlageprodukten fallen Gebühren und sonstige Kosten zwar weniger ins Auge, aber dafür umso mehr ins Gewicht.

Gebühren fressen Gewinne auf

chart3Die meisten Anleger halten 1,5 Prozent jährliche Managementgebühr bei einem Aktienfonds für nicht sonderlich viel. In Jahren, wo die Märkte 20 Prozent und mehr nach oben gehen, mag das auch so aussehen. Jedoch werden diese 1,5 Prozent natürlich auch bei fallenden und stagnierenden Kursen abgezogen. Wie viel diese Gebühr über einen langen Zeitraum ausmachen kann, haben wir einmal anhand der Kursentwicklung vom DAX analysiert.

Während der DAX von Anfang 1980 bis Ende 2010 rund 1.390 Prozent an Wertzuwachs generiert hat, wäre ein Aktienfonds mit gleicher Performance wie der DAX, aber mit einer Managementgebühr von 1,5 Prozent, nur auf rund 876 Prozent gekommen. Ein passiver Indexfonds (ETF) auf den DAX mit wiederum exakt gleicher Performance, aber mit einer Verwaltungsvergütung von nur 0,4 Prozent, hätte hingegen rund 1.230 Prozent verzeichnen können.

Das wurde aus 1.000 DM, die am 01.01.1980 investiert worden sind

Gebühr p.a. Wertzuwachs Geldwert Kosten Gebühr eff.

am 01.12.2010

DAX 0,0 + 1.390 % -> 13.900 EUR 0

DAX ETF 0,4 % + 1.230 % -> 12.300 EUR 1.600 EUR

Fonds 1,5 % + 876 % -> 8760 EUR 5.140 EUR

Was als 1,5 % nach so wenig aussieht, hätte Sie bei einem Kapitaleinsatz von gerade einmal 1000 DM bzw. 500 EUR also über einen Zeitraum von 30 Jahren 5.140 EUR gekostet.

Versteckte Kosten

Die jährliche Managementgebühr ist für den Fondsinvestor jederzeit nachvollziehbar, anders verhält es sich mit den Kosten für Umschichtungen im Fonds. Die Aufgabe des Fondsmanagers ist es, durch gezieltes Kaufen und Verkaufen eine Überrendite zu erzielen – also besser abzuschneiden, als wenn er einfach alle Aktien im DAX gekauft und gleichmäßig gehalten hätte. Bei jeder Transaktion fällt aber auch wieder eine Gebühr an. Die Depotbank verlangt für die Weitergabe des Auftrags an die Börse eine Provision, zusätzlich fallen eine Maklercourtage und ein Börsenplatzentgelt an. Die Transaktionsgebühren sind prozentual betrachtet nicht so hoch wie bei Privatanlegern, dennoch summieren sich die Kosten häufiger Umschichtungen zu einem ansehnlichen Betrag.

Zusammenfassung

Dass Gebühren Performance kosten, ist jedem Anleger bewusst. Doch dass die vermeintlich niedrig klingende Gebühr das Vermögen so erheblich schmälert, dürfte wohl den wenigsten klar sein. Umso verständlicher ist es, dass ETFs bei Anlegern immer höheren Anklang finden.

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