Interview: „So transparent und einfach wie möglich“

Interview: „So transparent und einfach wie möglich“

Markus Jordan im Interview mit „Der Privatanleger„:

Die easyfolio-Fonds heben sich wohltuend von der Masse der ETF-Dachfonds ab – und können von Anlegern auch selbst nachgebaut werden. Unter dem Markennamen easyfolio hat Markus Jordans Gesellschaft Extravest drei ETF-Dachfonds auf den Markt gebracht, die sich wohltuend abheben von den meisten anderen Dachfonds: Sie bieten keine aufregend klingende aktive Managementstrategie, kommen dafür aber auch ohne Vertriebsprovisionen oder Performance Fees aus. Grund genug für ein Interview zu den neuen Fonds.

DER PRIVATANLEGER: Herr Jordan, Ihre drei easyfolio-Dachfonds sind deutlich günstiger als die meisten anderen ETF-Dachfonds, verfolgen dafür aber auch eine strikt passive Investmentstrategie. Welche Anleger wollen Sie mit den easyfolio-Fonds erreichen?

Markus Jordan: Mit den easyfolio-Fonds möchten wir die Anleger erreichen, die den Anspruch haben, in eine fundierte, breit gestreute Anlagestrategie zu investieren, gleichzeitig aber keine Zeit oder Lust haben, sich weiter damit zu beschäftigen. Unsere Strategien sind so einfach und transparent strukturiert, dass jeder sofort erkennen kann, wie diese Fonds funktionieren. Da wir drei Risikoprofile anbieten, mit 30, 50 oder 70 Prozent Aktienquote, ist für jeden Anlegertyp die richtige Strategie vorhanden. Und ändert sich die Lebenssituation, kann man ganz bequem in eine der anderen Strategien wechseln. Zudem eignen sich die Strategien auch für Finanz- oder Honorarberater, die für ihre Kunden eine besonders einfache und günstige Investitionsmöglichkeit suchen.

DER PRIVATANLEGER: Auch wenn die Gesamtkostenquote von gut 0,7 Prozent plus ETF-Gebühren relativ günstig ist: Denken Sie nicht, dass viele Selbstentscheider es bevorzugen, sich diese Kosten zu sparen und ein eigenes ETF-Portfolio aufzubauen?

Jordan: Natürlich kann sich jeder versierte Anleger selbst ein ETF-Portfolio aufbauen. Dann würde ihn das easyfolio Portfolio nur etwa 0,30 Prozent pro Jahr kosten. Wir liefern auf unserer Website easyfolio.de dazu ja sogar die „Bauanleitung“. Aber nicht jeder kann oder möchte das alleine umsetzen. Es braucht ein gewisses Maß an Erfahrung und ist zudem zeitaufwändig. Und so ein Portfolio muss auch regelmäßig an die Zielallokation angepasst werden – nicht für jeden eine triviale Angelegenheit. Nicht zu vergessen die Gebühren für die Ausführung der Transaktionen; das kann vor allem bei kleineren Anlagebeträgen schnell ins Geld gehen. Für kleinere Anlagebeträge oder Sparpläne sind unsere easyfolio-Fonds in jedem Fall besonders kostengünstig. Bei größeren Anlagebeträgen spielt unter anderem auch schlichtweg die Bequemlichkeit des Anlegers eine Rolle. Im Vergleich zu vielen anderen Anlagemöglichkeiten stehen wir kostenseitig definitiv sehr gut da.

DER PRIVATANLEGER: Neben Ihren Dachfonds gibt es auch nicht-börsengehandelte Indexfonds wie den Arero oder einzelne Portfolio-ETFs, etwa von der Deutschen Bank und UBS. Sind das Konkurrenten für Sie? Wie grenzen Sie sich von diesen Produkten ab?

Jordan: Wir haben alles daran gesetzt, unsere Produkte so transparent und einfach wie möglich zu strukturieren. So setzen wir ganz bewusst nur auf physisch replizierende ETFs. Auf unserer Website kann man beispielsweise täglich die Zusammensetzung der Fonds einsehen. Wettbewerber aus dem klassischen Dachfondsbereich sind da viel intransparenter und zudem deutlich teurer. Andere Produkte werden über Swaps dargestellt. Das hat Vor-, aber auch Nachteile für den Anleger.

DER PRIVATANLEGER: Zu jedem Ihrer easyfolio-Fonds gibt es einen eigens konstruierten Benchmark-Index. Sie bilden diesen Index direkt ab, indem Sie die ETFs kaufen. Haben Sie anstatt dieser direkten Replikation auch über eine Indexabbildung via Swaps nachgedacht?

Jordan: Wir haben in der Entwicklungsphase sämtliche Optionen beleuchtet. Jede hat ihre individuellen Vor- und Nachteile. Schlussendlich haben wir einfach unsere Kunden gefragt! Nach Auswertung einer Kundenumfrage war klar: keine komplexen Derivate-Strukturen sondern nachvollziehbare ETFs, die die Werte wirklich im Depot haben – das ist es, was Privatanleger sich wünschen.

DER PRIVATANLEGER: Auffällig ist, dass in Ihrer Strategie „alternative“ Anlageklassen wie Immobilien oder Rohstoffe nicht vorkommen. Wo liegen die Gründe für diesen Verzicht auf mögliche zusätzliche Diversifikationsvorteile?

Jordan: Das hat mehrere Gründe. Zum einen möchten wir nur in Anlageklassen investieren, die neben den Kursschwankungen auch eine eigene Ertragsquelle haben. Das sind bei Aktien die Dividenden und bei Anleihen die Zinserträge. Zum anderen kann man in Rohstoffe meist nur über Terminkontrakte investieren. Dabei können dann Rollverluste entstehen, was am Ende wieder zu einem unkontrollierbaren und intransparenten Investment führt: Es lässt sich kaum erkennen, wie die Gewinn- und Verlust-Situation gerade wirklich steht. Auch in Immobilien kann man nicht wirklich über ETFs investieren. Hier kauft man Immobilienaktien, die letztlich auch dasselbe Risikoprofil wie Aktien haben. Wer jedoch unbedingt in diese Anlageklassen investieren möchte, kann diese ja ganz einfach über zwei zusätzliche ETFs in seinem Depot ergänzen.

DER PRIVATANLEGER: Sehr ausgefeilt fällt dagegen Ihre Streuung beim Anleihenportfolio aus: Sie haben sowohl Staatsanleihen in Fremdwährung als auch High-Yield-Unternehmensanleihen aufgenommen. Wieso weichen Sie hier von der klassischen Strategie vieler Passiv-Anleger ab, nur Euro-Anleihen höchster Bonität für den scheinbar „risikofreien“ Portfolio-Teil zu wählen?

Jordan: Unser Ansatz ist es, möglichst breit gestreut und international zu investieren. Das halten wir bei den Aktien genauso wie im Bereich der Anleihen. Jeder Anleger sollte global investieren und damit seine Chancen und Risiken so breit wie möglich streuen – also weltweit. Im Alltag macht man das ja letztlich auch nicht anders, wir leben alle sehr global. So nutzen wir beispielsweise Rasiergel und Smartphones von US-Konzernen. Sehen täglich in einen Fernseher aus Korea oder fahren ein französisches Auto. Genauso selbstverständlich ist es dann doch auch, meine Geldanlage zu optimieren und global zu investieren.

DER PRIVATANLEGER: Sie sind vor allem als Herausgeber des EXtra-Magazins bekannt, Ihr Unternehmen gehört zum Teil dem F.A.Z.-Verlag – verlassen Sie mit der Auflage der Fonds nicht Ihr Kern-Kompetenzfeld?

Jordan: Das EXtra-Magazin mit dem Fokus auf Exchange Traded Funds veröffentlichen wir seit 2008, und wir haben bereits im Jahr 2010 ETF-Anlagelösungen für unsere Kunden entwickelt. Damals noch in Form von Musterportfolios beziehungsweise Index-Zertifikaten. Jetzt folgt als logische Konsequenz die Weiterentwicklung mit Dachfonds, die wir ohne Mitgesellschafter und unsere Produktpartner iShares (BlackRock), SPDR (State Street Global Advisors) und UBS Global Asset Management nicht hätten umsetzen hätten. Wir haben die Kompetenzen unserer starken Partner für ein gleichzeitig innovatives wie solides Produkt – unsere easyfolios – zusammengebracht.

DER PRIVATANLEGER: Vielen Dank für dieses Interview!

 

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