#Italexit: Geplante Reform der italienischen Verfassung könnte scheitern – und mit ihr der Euro. Wahrscheinlich ist das jedoch nicht.

#Italexit: Geplante Reform der italienischen Verfassung könnte scheitern – und mit ihr der Euro. Wahrscheinlich ist das jedoch nicht.

Am 4. Dezember kommt es in Italien zum Showdown – dann stimmen die Wähler darüber ab, ob die italienische Verfassung reformiert, sprich: vereinfacht wird. Das bisherige Zwei-Kammern-System soll effektiver und die politischen Entscheidungsprozesse sollen verschlankt werden. Das Referendum besitzt auch außerhalb Italiens eine gewisse Relevanz, da Ministerpräsident Matteo Renzi zunächst seinen Rücktritt für den Fall angekündigt hatte, dass die Mehrheit nicht für die angestrebte Verfassungsreform stimmt. Gemäß den aktuellen Meinungsumfragen liegen die Gegner einer Verfassungsreform jedoch mit drei Prozentpunkten leicht in Führung. Sollte Renzi bei einer Niederlage tatsächlich zurücktreten, könnte das zu Neuwahlen führen. Und hier könnten die euroskeptischen Parteien gewinnen. Nach dem Grexit und dem Brexit macht jetzt ein möglicher Italexit die Runde.

Für die Finanzmärkte sind die Risiken, die sich aus dem Referendum ergeben, allerdings begrenzt. Spätestens seit dem Brexit-Votum und der Wahl Donald Trumps in den USA wissen wir, wie ungenau Wahlprognosen sind. Eine Ablehnung der Verfassungsreform ist also keineswegs sicher. Ebenfalls nicht sicher ist, dass Renzi im Fall einer Niederlage tatsächlich auch zurücktritt. Außerdem handelt es sich bei der Abstimmung Anfang Dezember in erster Linie um ein politisches und nicht um ein finanzwirtschaftliches Ereignis.

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Zwar ist die Rendite italienischer Staatsanleihen zuletzt wieder über die Zwei-Prozent-Marke gestiegen. Das liegt aber nicht nur an der Befürchtung der Markteilnehmer, dass Renzi mit seinem Reformvorhaben scheitern könnte. Vielmehr haben die Inflationserwartungen wieder zugenommen. Und das ist aus Börsensicht durchaus positiv zu werten. Denn wenn die Preise anziehen, weist dies auf eine wachsende Wirtschaft und damit auf steigende Unternehmensgewinne hin. Gleichzeitig könnte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter abschwächen, wenn die amerikanische Notenbank im Dezember die Leitzinsen erhöht und die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Anleihenkaufprogramm verlängert und/oder ausweitet. Von einem schwächeren Euro würden auch die italienischen Exporte in den Dollarraum profitieren.

Am wahrscheinlichsten scheint es, dass die Finanzmärkte der Abstimmung in Italien nur kurz und wenig Bedeutung beimessen, Renzi im Amt bleibt und sich die italienische Regierung weiter durchwurstelt. Für die Finanzmärkte wäre dies kein schlechtes Szenario.

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