So meistern Sie psychologische Fallstricke

So meistern Sie psychologische Fallstricke

Welche Rolle spielt unsere Psyche bei der Geldanlage? Keine Angst, es geht in diesem Artikel nicht darum, dass Sie erst mit sich ins Reine kommen müssen, um gut investieren zu können. Auch geht es nicht darum, Vorschriften zu machen. Da die Investment-Praxis vieler Anleger in der Vergangenheit allerdings gezeigt hat, dass wir insbesondere beim Investieren Fehler machen, die mit Verhaltensmustern in unserem Kopf zusammen hängen, sollten wir aufmerksam werden. Wer die größten Fallstricke kennt, kann aktiv gegensteuern – und dazu müssen wir nicht auf die Couch. Wir stellen Ihnen an dieser Stelle die größten Anleger-Fehler vor und erklären, wie Sie aktiv gegensteuern können.

Bestätigungs-Neigung

Wir handeln bei unseren Investment-Entscheidungen stets rational. Glauben wir. Wir geben uns der Illusion hin, dass wir vor einem Investment alles Für und Wider genau analysiert haben. Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil treffen wir Anlageentscheidungen häufig impulsiv und emotional und sammeln erst im Nachhinein Informationen. Dabei sind wir dann so stark von unserer Anlageentscheidung beeinflusst, dass wir nicht mehr objektiv sind – wir suchen nach Argumenten, die unsere Entscheidung untermauern.

Unser Tipp: Suchen Sie gezielt nach Argumenten, die gegen Ihr Investment sprechen. Sammeln Sie alle Argumente schriftlich und lassen Sie sich mit Ihrem Investment Zeit. Zeitdruck sollte bei der Kapitalanlage nie eine Rolle spielen.

Zu großes Vertrauen in unsere Entscheidungen

Befragt man Anleger nach der Qualität ihrer Entscheidungen, sind vier Fünftel positiv eingestellt und glauben, dass ihre Entscheidungen richtig sind. Doch objektiv gesehen ist diese Sicht zu optimistisch. Dadurch entsteht das Risiko, dass wir zu lange an unseren Entscheidungen festhalten.

Unser Tipp: Führen Sie ein Investment-Tagebuch. Setzen Sie sich kritisch mit Ihrem Handeln auseinander und errechnen Sie eine Erfolgsquote. So lernen Sie die nötige Distanz zu Ihren Entscheidungen zu entwickeln. Ganz nebenbei ist es ein angenehmes Gefühl, wenn selbst bei Erfolgsquoten im Bereich von 50 Prozent unterm Strich die Rendite stimmt.

Verlust-Angst

Mit Verlusten können wir schlecht umgehen – das zeigen Studien. Um emotional das Selbe in uns auszulösen wie ein Verlust von 100 Euro, müssen wir schon einen Gewinn von 300 Euro einstreichen. Aus diesem Grund tun wir uns schwer damit, Verluste zu realisieren. Der alte Leitspruch „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“, fällt uns schwer.

Unser Tipp: Legen Sie schon vor einer jeden Anlageentscheidung fest, wo ihr Verlust-Limit liegt. Halten Sie sich streng an dieses Limit und versuchen Sie nicht, sich die Entwicklung im Nachhinein schön zu reden. Realisieren Sie Verluste in der Gewissheit, im Sinne Ihrer Anlage-Strategie konsequent zu handeln.

Uneinsichtigkeit

Unsere Psyche hat einen natürlichen Schutzmechanismus eingebaut. Während wir positive Marktentwicklungen für uns reklamieren, suchen wir bei schlechten Entwicklungen die Schuld bei externen Einflüssen.

Unser Tipp: Seien Sie ehrlich zu sich und führen Sie ein Investment-Tagebuch.

Planungsdrang

In unserem Kopf fällt uns die Planung der Zukunft leicht. Wir denken in Szenarien und malen uns aus, wie die Situation in einigen Jahren aussehen könnte. Was im Zusammenhang mit privaten oder beruflichen Zielen klappen kann, ist am Kapitalmarkt ungleich schwerer. Wer sich Ziele setzt, die im derzeitigen Markt nicht zu erreichen sind, macht häufig Fehler.

Unser Tipp: Bleiben Sie bei Ihrer Zielsetzung realistisch. Streben Sie keine hohen Renditen an, die nur mit hohem Risiko erreichbar sind. Nehmen Sie auch Abstand davon, immer auf die richtigen Anlageklassen setzen zu wollen. Markttiming ist schwierig. Wählen Sie stattdessen ein diversifiziertes Produkt wie unsere easyfolios.

Herdentrieb

Wir alle lassen uns von Medien oder anderen Anlegern anstecken. Auch Börsensprüche wie „The trend is your friend“ bestätigen uns darin, das zu tun, was alle tun. Wenn aber alle das selbe tun, sind Korrekturen am Markt vorprogrammiert und die Letzten beißen die Hunde.

Unser Tipp: Bleiben Sie kritisch und geben Sie Ihre eigene Meinung nicht so schnell auf. Fragen Sie nach und denken Sie abseits der ausgetretenen Pfade.

Die Macht der Geschichten

Eine gut erzählte Geschichte kann sehr plausibel auf uns wirken – selbst dann, wenn Fakten dafür sprechen, dass diese Geschichte falsch ist. Der Hintergrund ist der, dass wir alle in Zusammenhängen denken. Fügt eine Geschichte nun mehrere plausible Zusammenhänge zusammen, neigen wir auch dazu, die Schlussfolgerung zu glauben.

Unser Tipp: Seien Sie bei reißerischen Geschichten vorsichtig. Überlegen Sie sich genau, was alles passieren muss, damit eine Investment-Story so eintrifft, wie in der Geschichte prophezeit. Fragen Sie beim Geschichtenerzähler kritisch nach. Sie werden schon bald auf Ungereimtheiten stoßen.

Die Macht der Gewohnheit

Wir entscheiden uns gern für das, was wir kennen. Ob den Platz am Fenster beim Lieblings-Italiener oder die altbewährte Pizza Diavolo. Wir mögen, was wir kennen. Auch am Kapitalmarkt setzen viele Anleger auf Altbewährtes – zum Beispiel auf den DAX.

Unser Tipp: Entdecken Sie Neues und wägen Sie ab, was besser zu Ihrer Anlage-Strategie passt. Oftmals wirkt das Bewährte im Spiegel des Neuen gar nicht mehr so interessant. Auch eine Investment-Lösung, die ganz bewusst sämtliche Märkte im Aktien- und Anleihe-Sektor berücksichtigt, könnte helfen.

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