Monatsrückblick Juli 2020

Monatsrückblick Juli 2020

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach, wir Armen!“. So ist es in Goethes Faust, Erster Teil, zu lesen. Die Magie und Anziehungskraft des Goldes hält bis heute an. Am 28. Juli war es dann soweit: der Goldpreis stieg auf ein neues Hoch von 1.981 US-Dollar pro Feinunze. Ursächlich dafür war vor allem der anhaltende Rutsch der Realverzinsung sicherer Anleihen. Damit sind die Opportunitätskosten der Goldhaltung weiter geschrumpft. Die schleichende Dollarschwäche und die anhaltende Unsicherheit über die Corona-Pandemie kamen noch hinzu. Steigende Staatsverschuldung und die weltweit aggressive Notenbankpolitik befeuerten die Nachfrage nach dem ultimativen Zahlungsmittel zusätzlich. Es war also keine akute Krise, die den Goldpreis steigen ließ, sondern ein Bündel verschiedener Umstände, die so bald nicht verschwinden werden.

Wirtschaftszahlen treiben die Aktienmärkte vor sich her

Die Aktienmärkte gaben zwischenzeitlich und gegen Ende des Monats etwas von ihren Gewinnen ab. Die desaströsen Zahlen des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) – die amerikanische Wirtschaft schrumpfte im 2. Quartal in der annualisierten Jahresrate um 33% –  waren zwar erwartet, schmeckten den Märkten jedoch nicht wirklich. Ein Trendwechsel hin zu fallenden Märkten war jedoch nicht zu erkennen. Die Gewinnberichterstattung der börsennotierten Unternehmen für das 2. Quartal war alles in allem im Rahmen der – zuvor deutlich abgesenkten – Erwartungen. Den Aktienmärkten kommt zugute, dass die konjunkturelle Genesung weiter voranschreitet.

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Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex konnte sich im Juli zum dritten Mal in Folge verbessern. Auch global scheint sich die wirtschaftliche Aktivität weiter zu erholen. Die populär gewordenen wirtschaftlichen Aktivitätsindizes in Echtzeit (etwa unter der Verwendung von Daten zum Stromverbrauch oder zur Mobilität) zeigen, dass die Lockerungsmaßnahmen die erhoffte wirtschaftliche Wirkung entfaltet haben. Gleichwohl liegt das Niveau der wirtschaftlichen Aktivität noch spürbar unter dem Normalniveau, und die Rückkehr zur kompletten Normalität wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Rentenmärkte notierten fest

Die Renditen für US-amerikanische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit liegen mittlerweile bei unter 0,6%. In Europa konnten sich die Renditeaufschläge für die Staatsanleihen der Peripherie zum Teil einengen oder blieben weitgehend unverändert. Die Rendite für italienische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit fiel im Monatsverlauf erstmalig unter 1%, Mitte März lag sie noch bei rund 2,5%. Der bis zu 750 Mrd. Euro umfassende „EU-Wiederaufbaufonds“ ließ die „Italien-Risikoprämie“ abschmelzen, natürlich neben den ohnehin weiter getätigten Anleihekäufen durch die Europäische Zentralbank. Auf den Märkten für Unternehmensanleihen machte sich die Sommerflaute bemerkbar: die Neuemissionstätigkeit ging zurück, die Renditeaufschläge veränderten sich im Schnitt kaum.

Alles in allem also ein vergleichsweiser ruhiger Monat an den Kapitalmärkten, sieht man von den eingangs geschilderten Bewegungen bei den wichtigen Währungen – Gold und US-Dollar – einmal ab.

Für die easyfolios geht es weiter aufwärts

Für die easyfolios war es ein positiver Monat. Im Juli konnte in Abhängigkeit der Aktienquote ein Wertzuwachs zwischen 0,8% (easyfolio 30) und 1,6% (easyfolio 70) erzielt werden. Das 2. Halbjahr 2020 wird nicht nur wegen der Pandemie und ihren vielfältigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen viele Ungewissheiten mit sich bringen. Für weitere unliebsame Überraschungen können unter anderem sorgen: die beginnende heiße Phase des US-Präsidentenwahlkampfes, die ungelösten Brexit-Verhandlungen, der Handelskonflikt zwischen USA und China oder die Lage in Hongkong.

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