Monatsrückblick April 2019

Monatsrückblick April 2019

Wird 2019 ähnlich wie 2018? Nachdem zum Jahreswechsel einiges auf einen global synchronen Abschwung hindeutete, zeigt sich nun das Gegenteil. Die US-Volkswirtschaft wuchs nach ersten Schätzungen im ersten Quartal um robuste 3,2% zum Vorjahr. Der Haushaltsstreit hatte also, wenn überhaupt, nur einen marginalen Effekt auf die Wachstumsgeschwindigkeit. Wiederbelebte Hausverkäufe, steigende Einzelhandelsumsätze und ein robuster Arbeitsmarkt deuten darauf hin, dass die US-Volkswirtschaft ihren nun 39 Quartale andauernden Aufschwung weiter fortsetzen wird.

Die Eurozone kämpft dagegen weiter mit einem Mini-Wachstum. Nach einem schwachen zweiten Halbjahr 2018 setzte sich das langsame Wachstum auch in Q1 2019 fort. Das Plus von 0,4% zum Vorquartal wurde maßgeblich von Spanien (+0,7%) getragen. Italien und Deutschland dürften dagegen weitaus schwächer gewachsen sein. Das verarbeitende Gewerbe setzte seine Schwächephase weiter fort und wird auch weiter ein Belastungsfaktor bleiben. Denn die Auslandsnachfrage scheint sich derzeit nicht wie erhofft zu stabilisieren. Aus China kommen weniger Belebungssignale als erwartet und die protektionistische Politik von US-Präsident Trump könnte sich bald auch auf europäische Automobile konzentrieren. Weitere Belastungsfaktoren können in den nächsten Wochen also zur ohnehin schwachen Wachstumsdynamik der Eurozone dazu kommen. Dagegen ist und bleibt der private Konsum dank hoher Beschäftigung und leicht steigender Lohnsumme die wichtigste konjunkturelle Stütze.

Derweil begann im April die Gewinnberichterstattung der börsennotierten Unternehmen für das erste Quartal 2019, die sowohl in Europa als auch in den USA ordentlich anläuft. Sowohl im S&P 500 als auch im EuroStoxx 50 steigerten die Unternehmen ihre Gewinne um 3-4% zum Vorjahr und liegen damit auf oder im Fall der USA leicht über den Erwartungen. Notenbanken ließen ihre Leitzinsen unverändert und bleiben mit ihrer Geldpolitik akkommodierend. Die auf eine steigende Rezessionswahrscheinlichkeit hindeutende inverse Zinsstruktur von US-Treasuries (10J. – 3M) in den USA hat wieder in positives Terrain gedreht. Die Renditen deutscher Bundesanleihen notierten im April wieder knapp im positiven Bereich. Die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen sind im Schnitt nochmals geringer geworden.

Die Zusammensetzung der easyfolio Strategien wurde nicht geändert. Im April 2019 konnten die Portfolien leichte Gewinne ausweisen. So stieg easyfolio 70 um 2,03%, während easyfolio 30 um 0,91% stieg. easyfolio 50 erzielte 1,49%.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio

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