Monatsrückblick August 2019

Monatsrückblick August 2019

Der August begann turbulent. Nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Importgüter durch US-Präsident Trump, ließ die chinesische Administration den Renminbi zum US-Dollar auf über 7 USD/CNY abwerten. Dies wurde von Trump kurzerhand als Währungsmanipulation deklariert, um so die Strafzölle zu umgehen. Die Aktienmärkte sowie die Renditen von US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen fielen daraufhin. Der Goldpreis markierte neue Hochs, in Euro denominiert stieg der Preis je Feinunze sogar auf einen Rekordstand. Der US-Dollar hingegen gab kurzfristig nach und wurde nicht, wie sonst in Krisenszenarien üblich, stärker nachgefragt.

Nach der anfänglichen Durststrecke konnten sich die Aktienmärkte zum Monatsende wieder stabilisieren und bewegten sich auf Monatssicht eher im Seitwärtstrend. Größere Impulse seitens Makro- und Unternehmensdaten blieben im August aus. Der Trend der global abschwächenden Konjunktur setzte sich fort, im Besonderen auch in Deutschland. Das ifo-Geschäftsklima ging erneut zurück, neben dem Verarbeitenden Gewerbe gaben auch die Teilkomponenten Handel und Dienstleistung deutlich nach. Eine technische Rezession (zwei aufeinanderfolgende Quartale mit rückläufigem Wirtschaftswachstum) wird damit in Deutschland immer wahrscheinlicher, nachdem in Q2 das Bruttoinlandsprodukt bereits zurückging.

Die Notenbanken tagen erst wieder im September. In dem im August veröffentlichten Bericht über die letzte EZB-Sitzung im Juli sickerte jedoch bereits durch, dass die Zentralbank ein umfassendes Lockerungspaket für die kommende Sitzung plant. Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen erreichten im August mit unter -0,72% ein neues Allzeittief, während sie sich in den USA noch knapp über ihrem historischen Tief aus dem Jahr 2016 bewegen. Der Weg für US-Treasuries unter die Marke von 1,35% ist jedoch beim aktuellen Niveau von rund 1,50% nicht mehr weit. Hoffnung verbreitete das G7-Treffen in Biarritz. Präsident Trump kündigte an, dass die Verhandlungen sowohl mit China als auch mit dem Iran wieder aufgenommen werden.

Im August verloren die easyfolio-Produkte. Während easyfolio 70 -1,97% verzeichnete lag der Verlust bei easyfolio 50 dank geringerer Aktienquoten bei -1,02%. easyfolio30 ging mit -0,05% nahezu unverändert aus dem August.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

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