Monatsrückblick Februar 2020

Monatsrückblick Februar 2020

Der Februar stand ganz im Schatten der globalen Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus. Während es zunächst so schien, als könnte durch das rigorose Vorgehen der chinesischen Regierung eine über die Landesgrenzen hinausgehende Pandemie verhindert werden, wurden Ende Februar auch in Europa immer mehr Neuerkrankungen vermeldet. Zwar gingen die Ansteckungszahlen zumindest in China weiter zurück, aufgrund der langen Inkubationszeit lässt sich über den Zeitpunkt des tatsächlichen Abklingens der Krankheit vor Ort jedoch nur mutmaßen. Ein Impfstoff ist bisher noch nicht gefunden.

Trotz der weiterhin kaum abzuschätzenden realwirtschaftlichen Folgen reagierten die Finanzmärkte auf die aus einer möglichen weiteren Verbreitung entstehenden Konjunkturrisiken in ihrem typischen Muster. Die Flucht aus risikobehafteten Anlageklassen wie Aktien in sicher geltende Anleihen und Währungen ließ sich schon Ende Januar beobachten, als die Neuerkrankungszahlen von COVID-19 erstmals in die Höhe gingen. Der Dax brach in der letzten Februar-Woche regelreicht ein und verlor innerhalb weniger Tage mehr als 1000 Punkte. Die Rendite von US-amerikanischen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit erreichte währenddessen ein Allzeittiefststand und fielen unter 1,20%, sodass sich die Zinskurve in den USA wieder deutlich umkehrte und kurzfristige Anleihen aktuell mehr Rendite erzielen als langfristige Anleihen. Der Goldpreis stieg zwischenzeitlich ebenfalls weiter an.

Dabei können anhand der zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten noch keine belastbaren Aussagen über die Auswirkungen des Corona-Virus auf die Wirtschaft getroffen werden. Die Februarwerte der Einkaufsmanagerindizes sowie des deutschen ifo-Geschäftsklimas lassen eine eher besonnene Haltung der Unternehmer erahnen. Die Kursbewegungen spiegelten also vor allem die bestehende Unsicherheit und weniger die realwirtschaftlichen Tatsachen wider. Auch die im Februar veröffentlichten Unternehmensergebnisse des vierten Quartals 2019 spielten eine eher untergeordnete Rolle. Dabei überraschten diese gegenüber den vorher getätigten Erwartungen in Europa und den USA positiv.

Die geld- und fiskalpolitischen Operationen der chinesischen Administration als Reaktion auf die Epidemie dürften zumindest in China den Schaden mildern. In den USA hat die Notenbank FED die Zinsen (Stand 16.03.2020) auf 0,00-0,25% gesenkt und in der Eurozone könnten ähnliche Schritte folgen.

Im Februar konnte der easyfolio 30 aufgrund des höheren Anleihenanteils im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abschneiden und lag bei -1,69%. Mit steigendem Aktienanteil war der Kursrückgang ausgeprägter, so lag der Rückgang beim easyfolio 50 bei 2,69% und beim easyfolio 70 bei 3,83%.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

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