Monatsrückblick Februar

Monatsrückblick Februar

Die Wochen der Wahrheit, wie es so oft in den Medien heißt, haben im Februar begonnen. Der mögliche Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, das Gipfeltreffen zwischen Kim Jong-un und US-Präsident Trump sowie die ablaufende Frist im Handelskonflikt zwischen China und USA bewegten die Märkte im Februar. Im Zuge der sich teilweise andeutenden Entspannung in den genannten Konfliktfeldern kletterten die Aktienmärkte weiter nach oben. Der Dax stieg zwischenzeitlich auf einen Indexstand von über 11.500 Punkten und legte damit mehr als 10% seit Jahresanfang zu – trotz schwächelnder Konjunkturindikatoren und nach unten revidierter Wachstumsprognosen. Denn so rosig wie sich die Aktienmärkte in den letzten Monaten entwickelten, so bedenklich lesen sich nun die rezessiven Signale der Frühindikatoren. Das ifo-Geschäftsklima sank den sechsten Monat in Folge. Besonders ausgeprägt war in der Befragung dabei der Rückgang der Erwartungskomponente. Das verarbeitende Gewerbe in Europa gerät zunehmend ins Stottern und die heimische Nachfrage war trotz gestiegener Beschäftigung in den letzten Quartalen vielerorts schwächer als erwartet. Die Zeichen mehren sich, dass nach einem Null-Wachstum im vierten Quartal 2018 die Wachstumsraten in Deutschland auch im Jahr 2019 enttäuschen könnten.

Es stellt sich daher die Frage, warum die Aktienmärkte dennoch so kräftig gestiegen sind. Die Notenbanken haben die schwächelnde Konjunktur erkannt. Allen voran die Fed, die den Märkten eine geldpolitische Kehrtwende präsentierte. Nachdem im Januar Fed-Präsident Powell ankündigte, dass Zinsanhebungen erstmals kein Thema mehr sind, stellte er zuletzt auch ein Ende der Notenbankbilanzreduktion in Aussicht. Einige Analysten gehen sogar schon davon aus, dass die Fed ihren Zinsanhebungszyklus ganz beendet hat. Die Perspektive auf eine langfristig unterstützende Geldpolitik beflügelte die Aktien- und Rentenmärkte weltweit.

Was bewegte die Märkte noch? Die Gewinnberichterstattung der börsennotierten Unternehmen für die in Q4 2018 erwirtschafteten Gewinne setzte sich im Februar fort. Die (vorher revidierten) Erwartungen konnten insbesondere in den USA geschlagen werden (S&P 500: ca. +13% im Jahresvergleich). Zusätzlich verlief die Berichtssaison in Europa besser als befürchtet (Euro Stoxx 50: ca. +3% im Jahresvergleich). Der Ausblick der Unternehmen in Europa und in den USA zeigt jedoch, dass die Erwartungen für 2019 deutlich heruntergeschraubt wurden. Die Konfliktherde belasten vor allem das Exportgeschäft.

Änderungen an der Zusammensetzung der easyfolio Strategien wurden nicht durchgeführt. Die Wertentwicklung seit Jahresbeginn betrug im Einzelnen +3,9% für easyfolio 30, für easyfolio 50 +5,7% und +7,5% für easyfolio 70.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

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