Monatsrückblick Januar 2020

Monatsrückblick Januar 2020

Ein turbulenter Jahresstart liegt hinter uns und zeigt exemplarisch wie eng die globale Wirtschaft miteinander vernetzt ist. Erst die Eskalation im Mittleren Osten, dann die Ausbreitung des Corona-Virus, das die Kapitalmärkte bis heute in Schach hält. Die Einleitung des Amtsenthebungsverfahrens des US-Präsidenten im Senat ging bei der Nachrichten-Dichte im Januar schon fast unter. Die Kapitalmärkte präsentierten sich volatil und reagierten auf verschiedenste Ereignisse überall auf der Welt. Die negativen Nachrichten wurden durch teilweise heftige Kursverluste begleitet, stabilisierten sich jedoch wieder zeitnah. So gab es auf Monatssicht bei den Aktienkursindizes kaum Veränderungen im Vergleich zum Dezemberendstand. DAX und S&P 500 erreichten sogar im Januar neue Allzeithöchststände. Die Renditen an den Rentenmärkten tauchten währenddessen wieder ab und korrigierten teilweise die Aufwärtsbewegung der letzten Monate. Derweil kam es zu einer Vielzahl von Neuemissionen am Unternehmensanleihemarkt. Zahlreiche Emittenten nutzen die niedrigen Risikoaufschläge, um sich zu refinanzieren. Denn unter anderem aufgrund des wieder aufgenommenen Anleiheankaufprogramms der Europäischen Zentralbank bleibt die Nachfrage nach festverzinslichen Wertpapieren hoch. Daneben bleibt der Risikoappetit von Investoren ungebrochen – die Jagd nach Rendite hält an.

Auch an den Währungsmärkten gab es Bewegungen. Der US-Dollar konnte gegenüber dem Euro wieder an Wert gewinnen und notierte zwischenzeitlich knapp unter der Marke von 1,10. Gold konnte seinem Namen als Krisenwährung ebenfalls wieder gerecht werden und profitierte von den politischen Spannungen.

Neben den eher negativ beeinflussenden politischen Ereignissen gab es jedoch auch positive Konjunkturnachrichten. „Softdaten“ wie Einkaufsmanagerindizes aber auch „Harddaten“ wie die Industrieproduktion verbesserten sich sowohl in den USA als auch in der Eurozone und China. Die rezessiven Tendenzen im verarbeitenden Gewerbe klingen also allmählich ab, während jedoch nun der Dienstleistungssektor global an Dynamik verliert. Alles in allem bleibt das Konjunkturbild also durchwachsen.

Die Europäische Zentralbank ließ auf ihrer Konferenz keine Details hinsichtlich der Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie durchsickern. Ein geldpolitischer Richtungswechsel ist für die nächsten Monate nicht zu erwarten. Die US-Notenbank Fed ließ den Leitzins im Januar ebenfalls unangetastet. Dies wurde von den Rentenmärkten positiv aufgenommen.

Im abgelaufenen Monat erfolgte ein Rebalancing sowohl auf der Aktienseite, als auch auf der Anleihenseite. Kurzlaufende Staatsanleihen werden aufgrund der negativen Verzinsung durch einen höheren Anteil an Unternehmensanleihen ersetzt.

Im Januar konnte easyfolio 30 aufgrund des höheren Rentenanteils mit 0,34% zulegen. Dagegen verloren sowohl das easyfolio 50 als auch das easyfolio 70 Portfolio leicht – 0,19% respektive 0,78%. Bei den letztgenannten kam das höhere Schwellenlandgewicht und damit die negativen Auswirkungen des Corona-Viruses auf den chinesischen Markt zu Tage.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

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