Monatsrückblick Januar

Monatsrückblick Januar

Nach dem äußerst schwachen Aktienmonat Dezember 2018 zündeten viele Börsenindizes im Januar wider Erwarten ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Allein der Dax stieg um mehr als 7% und notierte zum Monatsende wieder deutlich über der Marke von 11.000 Punkten – und das, obwohl sich die Makroindikatoren vielerorts eintrübten. Das ifo-Geschäftsklima fiel zum fünften Mal in Folge, wobei die Erwartungskomponente der Umfrage besonders stark nach gab. Darüber hinaus revidierten viele Institute ihre ökonomischen Vorhersagen nach unten. Die Wachstumsgeschwindigkeit, so der Grundtenor der Wirtschaftsinstitute, wird sich auch 2019 weiter abschwächen.

Dominierendes Thema im Januar war in Europa weiterhin der nicht geregelte Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Premierministerin Theresa May hatte zweimal erfolglos ihren mit der Europäischen Union verhandelten Ausstiegsvertrag im Unterhaus zur Abstimmung gestellt und eine mehrheitsfähige Meinung ist derzeit nicht in Sicht. Ein weiteres politisches Problem konnte dagegen vorerst überwunden werden: der längste „Government Shutdown“ in der Geschichte der USA wurde für drei Wochen ausgesetzt, mit dem Ziel größeren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden.

Für den Kapitalmarkt unterstützend wirkte sich die angepasste Geldpolitik der Zentralbanken in den USA und Europa aus. Derzeit scheint es, dass in den kommenden Monaten weder die EZB noch die amerikanische Fed Zinserhöhungen planen und, dass beide Zentralbanken die mögliche Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in ihren Entscheidungen stärker berücksichtigen. Sowohl Aktien als auch Anleihen profitierten in den letzten Tagen des Monats Januar von der Aussicht auf eine Verlängerung der expansiven Geldpolitik.

Die Berichtsaison zum vierten Quartal 2018 ist stark gestartet. Bisher schlugen vor allem US-Werte die Erwartungen und überzeugten mit zweistelligen Gewinnwachstumsraten zum Vorjahr. Auch in Europa verlief die Berichtsaison mit einem Gewinn- und Umsatzwachstum von +4% bisher erfolgreich (Stand 01.02.19). Wohin tendiert die Konjunktur also? Solide Unternehmenszahlen und zahmere Geldpolitik sollten dem zuletzt etwas an Stärke verlierenden konjunkturellen Aufschwung wieder Auftrieb verschaffen. Eine Rezession sieht anders aus.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

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