Monatsrückblick März 2020

Monatsrückblick März 2020

Der Kampf gegen das Coronavirus hält weiter an. Weltweit versuchen Regierungen durch Ausgangs- und Kontaktverbote die Anzahl von Infizierten zu begrenzen und damit die landeseigenen Gesundheitssysteme nicht zu überlasten. Die Neuansteckungszahlen stiegen ungeachtet der initiierten Maßnahmen global weiter an. Nach Italien haben sich auch in einzelnen Regionen in Spanien, in Frankreich und in den USA Notfallbetten-Engpässe ergeben. Impfstoff und Medikamente gegen Covid-19 sind weiterhin gesucht.

Der Stillstand des öffentlichen Lebens führt dazu, dass die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession abgleitet, dessen Ausmaß davon abhängt, wann die restriktiven Maßnahmen wieder gelockert werden können. Wirtschaftsforschungsinstitute gehen von drastischen Rückgängen in der Bruttowertschöpfung im ersten und zweiten Quartal dieses Jahres aus. Auch die Arbeitslosenraten dürften kräftig ansteigen. Eine erste Indikation auf das Ausmaß hierauf gab der Anstieg der Erstanträge für Arbeitslosenhilfe auf über 3 Mio. in der dritten März-Woche in den USA. Eine wirtschaftliche Erholung kann erst dann folgen, wenn die Pandemiegefahr wirksam eingedämmt ist.

Vor dem Hintergrund dieser hohen Unsicherheit reagierten die Kapitalmärkte in beispielloser Vehemenz. Die noch im Februar erreichten Allzeithöchststände an den Aktienmärkten rückten in weite Ferne. Kurseinbußen von bis zu 40% gegenüber den Hochs wenige Wochen zuvor wurden bittere Realität. Auch in anderen Anlageklassen waren die Kursbewegungen beachtlich. Unternehmensanleihen und Staatspapiere von Volkswirtschaften mit nicht bester Bonität verloren zeitweise kräftig, und auch der Goldpreis war so schwankungsanfällig wie zuletzt während der Finanzkrise. Die Volatilität im lange Zeit stabilen Währungspaar Euro/US-Dollar überraschte ebenfalls.

Selbst die expansiven Maßnahmen von Notenbanken und Regierungen halfen zunächst nicht, für Entspannung an den Kapitalmärkten zu sorgen. Die Leitzinsen wurden in vielen Ländern von Notenbanken deutlich gesenkt und Anleiheankaufprogramme wieder aufgenommen oder aufgestockt. Die nationalen Regierungen setzten daneben gewaltige Fiskalprogramme auf, um die Nachfrageausfälle der Unternehmen zumindest teilweise auszugleichen.

Im März musste das easyfolio 30 trotz des höheren Rentenanteils einen Rückgang von 8,5% hinnehmen. Mit steigenden Aktienanteil war der Kursrückgang noch ausgeprägter, so lag der Rückgang beim easyfolio 50 bei 11,4% und beim easyfolio 70 bei 13,2%. Aufgrund der Volatilität erfolgte auf der Aktienseite ein Rebalancing, gleichzeitig wurde die Schwellenlandgewichtung zu Gunsten eines Goldminen-ETFs reduziert. Wir erwarten von dieser Transaktion eine bessere Risikoverteilung.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

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