Monatsrückblick März

Monatsrückblick März

Die Volatilität an den Kapitalmärkten nimmt trotz stetiger Kursgewinne seit Jahresanfang wieder zu. Verantwortlich hierfür waren etliche Gewinnwarnungen vor allem deutscher Unternehmen. Dazu passt, dass die Prognosen der BIP-Wachstumsraten für einige Länder gesenkt wurden. Die Wachstumserwartungen für Deutschland belaufen sich für dieses Jahr nun mehrheitlich auf leicht unter 1%. Vor wenigen Monaten war man noch davon ausgegangen, dass die deutsche Wirtschaft um gut 1,5% wachsen könnte. Das Sentiment an den Kapitalmärkten bleibt aufgrund der schwächeren volkswirtschaftlichen Daten und der hohen politischen Unsicherheit (Brexit, Handelsstreitigkeiten) weiterhin eher negativ. Zuletzt zeigten sich jedoch Hoffnungszeichen; so konnte sich beispielsweise der ifo Geschäftsklimaindex nach sechs Rückgängen in Folge wieder verbessern.

Der Brexit beschäftigt die Kapitalmärkte auch weiterhin, ohne dass aus dem britischen Unterhaus umsetzbare Lösungsansätze zu erkennen wären. Die Wahrscheinlichkeit eines Hard-Brexits hatte im März erheblich zugenommen. Ob die verlängerte Frist bis zum 12. April 2019 erfolgreich genutzt werden kann, ist offen. Dagegen gibt es einige Lichtblicke beim zweiten großen politischen Thema: dem Handelskrieg zwischen den USA und China. So finden Gespräche auf hoher Ebene statt durch die möglicherweise eine Einigung erzielt werden.

Mit wachsenden Konjunktursorgen ändern mehr und mehr Notenbanken ihre Geldpolitik. Nachdem die amerikanische Notenbank Fed bereits im Januar ihre Zinsprojektionen gesenkt hatte und diese Haltung im März nochmals bestätigte, folgte auch die EZB und schloss Zinserhöhungen im Jahr 2019 aus. Diese Entwicklung führte zu fallenden Renditen in der Eurozone und am US-Rentenmarkt. Deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren rentieren erstmals seit Mitte 2016 wieder im negativen Bereich. Doch auch Europas Sorgenkind Italien konnte von der EZB-Politik profitieren. So sind die Zinsen im 10-jährigen Bereich in den letzten Monaten signifikant gefallen, seit dem Hoch im Oktober 2018 um 120 Basispunkte.

Im März konzentrierten sich die Aktienmärkte stark auf unternehmensindividuelle Nachrichten. So gab es vor allem bei Unternehmen wie Wirecard, Boeing und Bayer starke Kursbewegungen. Außerdem nahm die Zahl großer Börsengänge zu, da Firmen das vermeintlich positive Umfeld am Kapitalmarkt nutzen wollen. Neben den beiden Fahrdienstleistern Lyft und Uber will auch das größte afrikanische Unternehmen Naspers sein europäisches Internetgeschäft an die Börse bringen. Höhere Volatilität und zahlreichere Börsengänge sind dabei Merkmale eines spätzyklischen Marktes. Auch die jüngst angekündigten Kostensparprogramme einiger Unternehmen passen nicht so recht zu den aktuell hohen Kursnotierungen.

Im Rahmen des Rebalancing wurde die Zusammensetzung der easyfolio Strategien adjustiert, während die Kernstruktur beibehalten wurde. Im ersten Quartal 2019 konnten die Portfolien einen deutlich positiven Beitrag liefern. So stieg easyfolio 70 um 9,1%, während easyfolio 30 um 5,3% stieg. easyfolio 50 erzielte 7,7%.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

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