Monatsrückblick November

Monatsrückblick November

Nach einem turbulenten Oktober zeigten sich die Aktienmärkte auch in der ersten Monatshälfte im November anfällig für negative Nachrichten aus Politik und Wirtschaft.
Handelskrieg, Italien und Brexit beherrschten nach wie vor die Finanzmärkte. Technologie-Titel in Europa und den USA gaben zeitweise stark nach. Zweifel mehrten sich, ob die steilen Kursanstiege der letzten Jahre gerechtfertigt waren. So verlor z.B. Apple seine „Billionen-Marktkapitalisierung“ oder Netflix den Großteil seiner in diesem Jahr erreichten Kursgewinne – und dies trotz einer erfolgreichen Berichtssaison, die im November endete (Gewinnwachstum: EuroStoxx 50 +6% / S&P 500 +26%).

Besonders erfreuliche Wachstumsraten berichteten die Unternehmen aus dem Energie- und Technologie-Sektor; dabei konnten insbesondere jene Tech-Unternehmen in den USA den Großteil der Erwartungen schlagen, die von den Kursschwankungen stark betroffen waren. Insofern dürften die Verkäufe eher als Teil der allgemein veränderten Risikowahrnehmung zu verstehen sein und nicht als der Beginn eines länger andauernden Bärenmarktes, der oft mit einer Gewinnrezession einher geht.

Zentralbanksitzungen und mögliche Änderungen in der Geldpolitik gab es in den USA und im Euro-Raum im November keine; dafür dürfte der Dezember umso ereignisreicher werden. In den USA wird ein weiterer Zinsschritt von 25 Basispunkten auf dann 2,5% auf der nächsten Sitzung am 18. und 19. Dezember erwartet. Derweil deutete FED-Präsident Powell bereits an, die FED könnte bald eine Pause in ihrem Zinserhöhungszyklus vornehmen, da der Leitzins nahe dem neutralen Zinssatz stehe. Interessant wird daher sein, ob die Zinsprojektion für die nächsten Jahre verändert wird – also ob mehr oder weniger Zinsschritte als angekündigt projiziert werden. Derzeit sind für dieses Jahr einer und für das kommende Jahr zwei weitere Zinsschritte je 25 Basispunkte vorgesehen. Auch die Europäische Zentralbank tagt am 13.12.2018. Ein Zinsschritt wird aber in der Eurozone erst im Spätsommer 2019 erwartet.

Da sich die Börsen in der letzten November-Woche wieder stabilisieren konnten, bekräftigt unsere Meinung einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. Die Risikofaktoren sind zwar nach wie vor gegeben (Handelsstreit, Italien, Brexit); wir erwarten aber diesbezüglich keine Zuspitzung mit negativen Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Der G20-Gipfel am letzten Wochenende hat zumindest bezüglich des Handelsstreits zwischen China und den USA für eine Entspannung gesorgt, auch wenn diese noch sehr fragil ist.

 

Autor: Christian Gombert, Portfoliomanager easyfolio 

 

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