Monatsrückblick: Politische Themen bestimmen weiterhin die Kapitalmärkte

Monatsrückblick: Politische Themen bestimmen weiterhin die Kapitalmärkte

Während im August die Aktienmärkte in Europa eher zur Schwäche neigten, erreichten die Aktienindizes wie der S&P 500 oder der NASDAQ 100 in den USA, angetrieben durch die Berichtssaison, neue Höchststände.

Auch im vergangenen Monat bestimmten politische Themen die Kapitalmärkte. Verbale Konflikte zwischen US-Präsident Trump und dem türkischen Präsidenten Erdogan ließen die türkische Lira taumeln – mit negativen Spillover-Effekten auf die europäischen Nachbarstaaten, die mit der türkischen Volkswirtschaft eng verflochten sind. Auch andere Schwellenländer-Währungen, wie zum Beispiel der argentinische Peso, der südafrikanische Rand oder die indische Rupie sind zeitweise unter Druck geraten. Auch der Euro verlor kurzzeitig gegenüber dem US-Dollar bis auf 1,13 EUR/USD, holte seine temporären Verluste zum Monatesende aber wieder vollständig auf.

Dagegen haben sich die Makro-Daten in Europa weiter aufgehellt. Die Arbeitslosenquote ging weiter zurück, die Purchasing Managers Indizes (PMIs) verbesserten sich und die Inflationsrate liegt mit 2 Prozent auf der Zielmarke der EZB. Insbesondere Deutschland zeigte sich mit einem berichteten Q2 BIP-Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal wieder als Wachstumsmotor Europas. Das im August deutlich gestiegene Ifo-Geschäftsklima (von 101,7 auf 103,8 Punkte) signalisiert eine Fortsetzung der Wachstumsdynamik und lässt damit ein Wirtschaftswachstum von ebenfalls 0,5 Prozent im dritten Quartal erwarten. Von der italienischen Regierung geht weiterhin Unsicherheit aus, die im September ihre Haushaltsplanung für das nächste Jahr vorlegen wird. Die Regierung wird versuchen, durch eine Ausweitung des Haushaltsdefizits ihre Wahlversprechen, wie zum Beispiel eine Absenkung der Steuerlast zu finanzieren. Die Ausweitung der italienischen Renditeaufschläge spiegeln das diesbezügliche Misstrauen wider.

Unternehmensseitig endete im August die Quartalsberichtssaison. Die US-Unternehmen konnten ihrer hohen Erwartungshaltung mit einem Gewinnwachstum von rund 25 Prozent mehr als gerecht werden. Besonders erfolgreich waren dabei die Technologieunternehmen mit einem Wachstum von 38 Prozent. Europäische Unternehmen konnten mit rund 9 Prozent Gewinnwachstum zwar nicht an die amerikanische Konkurrenz anknüpfen, präsentierten aber durchaus solide Ergebnisse.

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