Monatsrückblick: Positive Marktentwicklung im Juli

Monatsrückblick: Positive Marktentwicklung im Juli

Nach einem schwächeren Juni ging es im Juli an den globalen Kapitalmärkten moderat positiv aufwärts. Dominierendes Thema waren – wie so oft dieses Jahr – die Handelsstreitigkeiten ausgehend von den USA.

Am 6. Juli traten in den USA 25-prozentige Einfuhrabgaben auf chinesische Waren im Wert von 34 Mrd. US-Dollar in Kraft. Weitere Zölle für den August wurden bereits beschlossen. Präsident Trump kündigte jüngst an, er könne sich Strafzölle auf alle importierten chinesischen Güter vorstellen – im Wert von über 500 Mrd. US-Dollar. Die chinesische Regierung erhob kurze Zeit später ebenso hohe Gegenzölle. Weltweit reagierten die Aktienmärkte mit Kursverlusten auf die Ankündigungen der zusätzlichen Zollerhebungen. Währenddessen deutete sich bei einem Treffen zwischen EU-Kommissionspräsidenten Juncker und Trump eine Verhandlungslösung an. Weitere Zölle sind also zumindest zwischen den USA und der Europäischen Union erstmal nicht vorgesehen.

Sich verbessernde Makro-Daten haben die in den letzten Monaten aufkommenden Abschwungs-Phantasien wieder begraben können. Die USA wiesen gar mit einem annualisierten Wirtschaftswachstum von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal die höchste Wachstumsrate seit vier Jahren aus. Die BIP-Wachstumsrate der Eurozone verlor dagegen im zweiten Quartal etwas an Momentum. Die Frühindikatoren konnten sich aber aus der Abwärtsspirale befreien und lassen ein solides Wachstum für das zweite Halbjahr erwarten. Eine kontinuierlich sinkende Arbeitslosenrate und weiterhin moderate Inflationsraten trugen zu dem positiven Gesamtbild in Europa im Juli bei.

Die Berichtssaison für das zweite Quartal ist Mitte Juli angelaufen und hatte insbesondere für die USA positive Überraschungen inne. Einzig die Werte im Technologie-Sektor zeigten sich äußerst volatil und spiegeln die hohe Erwartungshaltung an die Tech-Unternehmen wider. So gaben die Aktienkurse von Facebook, Netflix oder Twitter zeitweise deutlich nach und offenbarten damit die Skepsis der Investoren gegenüber weiter steigenden Kursen. Auch in Europa verläuft die Berichtssaison hinsichtlich der Gewinne bislang erfolgreich.

An den globalen Anleihenmärkten war indes im Juli wenig Bewegung zu beobachten. Die Credit Spreads engten sich etwas ein und die Renditen der Benchmark-Anleihen stiegen moderat an.

Die beiden Notenbanksitzungen der EZB und der FED hatten keine Überraschungen parat. Die FED sieht sich mit einer Situation der Vollbeschäftigung (Arbeitslosenrate unter 4 Prozent) und einer Kerninflationsrate von 1,9 Prozent konfrontiert und sah daher erstmal keinen Handlungsbedarf, ihre Zinsen nochmals zu erhöhen. Auch die EZB betonte auf ihrer Sitzung am 26. Juli das solide Wirtschaftswachstum und ist überzeugt, dass in der mittleren Frist das Inflationsziel von knapp unter 2,0 Prozent erreicht wird.

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