Was ist besser: Alles auf einen Schlag investieren oder schrittweise über einen Sparplan?

Was ist besser: Alles auf einen Schlag investieren oder schrittweise über einen Sparplan?

Stellen Sie sich vor, Sie erben eine größere Summe Bargeld und möchten diese Summe gewinnbringend am Kapitalmarkt anlegen. Sie kennen bereits Ihre persönliche Risikoneigung und haben die passenden Wertpapiere ausgewählt. Die schwierige Frage, die sich nun aber stellt, ist, ob Sie die ganze Summe sofort auf einen Schlag investieren oder vielleicht auf günstigere Einstiegskurse warten. Möglicherweise möchten Sie die gesamte Summe auch aufteilen und sich schrittweise am Markt engagieren. Was ist nun die beste Methode?

Laut Statistik ist die Antwort einfach. Langfristig steigen die internationalen Kapitalmärkte in ihrer Bewertung an. Ausnahmen bestätigten zwar auch hier die Regel, z. B. hat der japanische Aktienmarkt sein Hoch in den 1980er Jahren bis heute nicht wieder erreicht. Für die überwiegende Mehrheit der Aktien- und Rentenmärkte ist die Regel langfristig steigender Märkte allerdings gültig. Ein prominentes Beispiel ist der amerikanische S&P 500 Index. Über einen längeren Zeitraum betrachtet lässt sich sagen, dass dieser breit gefasste Aktienindex einen positiven Erwartungswert aufweist. Das bedeutet, die durchschnittlich zu erwartende Wertentwicklung dieses Index für jedes Jahr, jeden Monat und jeden Tag ist positiv. Aus dieser Tatsache lässt sich eine einfache Empfehlung ableiten: Statistisch betrachtet ist der beste Einstiegszeitpunkt immer so früh wie möglich und das unabhängig davon, wo der Markt aktuell steht. Viele Investoren schrecken aber verständlicherweise davor zurück, eine große Summe auf einmal zu investieren und den Kräften des Marktes auszusetzen. Wer kurz vor der Finanzkrise im Jahr 2008 im großen Stil in den Aktienmarkt investiert hatte, sah sich erheblichen Verlusten ausgesetzt. Also was tun?

Eine Alternative ist, die gesamte Anlagesumme aufzuteilen und schrittweise in den Markt zu investieren. Dies lässt sich recht komfortabel über einen Sparplan umsetzen, den Sie bei vielen unserer Partnerbanken einrichten können. Zu unterscheiden ist, ob Sie regelmäßig eine feste Anzahl an Anteilen an einem Fonds (z. B. easyfolio 30) erwerben möchten, oder ob ein vorab definierter Betrag in diesem Fonds angelegt werden soll. Wählen Sie eine feste Anzahl an Anteilen, dann investieren Sie effektiv mehr Kapital, wenn der Markt und damit der Preis des Fonds ansteigt. Diese Strategie ist tendenziell offensiv. Steigt der Markt immer weiter und weiter, so investieren Sie verhältnismäßig mehr Kapital, da der Markt auch immer teurer wird. Diese Strategie lohnt sich daher in nachhaltig steigenden Märkten.

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Eine dritte Möglichkeit ist, einen festen Betrag von z. B. 100 EUR zu definieren, für den Sie monatlich Anteile an diesem Fonds erwerben. Hierbei werden in der Regel Bruchstücke berücksichtigt, d. h. wenn ein Fondsanteil 200 EUR kostet, erhalten Sie für die 100 EUR, die Sie investieren, 0,5 Anteile. Sie investieren also immer genau den Betrag, den Sie zuvor festgelegt haben (abzüglich etwaig anfallender Transaktionskosten). Was bedeutet das nun für den Anleger und wo liegt hier der Vorteil? Ganz einfach: Wenn der Anleger regelmäßig einen festen Betrag investiert und der Markt zwischenzeitlichen Preisschwankungen ausgesetzt ist, erhält der Anleger mehr Anteile, wenn der Markt fällt, und weniger Anteile, wenn der Markt steigt. Der Anleger verhält sich also antizyklisch und kauft automatisch mehr Anteile, je günstiger der Markt bewertet ist. Dies schont auch die Nerven, da der Anleger weiß, dass der Markt zwar gefallen ist, er aber für den gleichen Anlagebetrag jetzt mehr Anteile erhält. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Der Anleger senkt systematisch seinen durchschnittlichen Einstiegskurs. Dies möchte ich an einem kurzen Beispiel erläutern:

Nehmen wir einmal an, ein Anleger investiert an zwei Stichtagen jeweils 100 EUR in ein Wertpapier. Am ersten Stichtag notiert das Papier bei 100 EUR und am zweiten Stichtag bei 50 EUR. Was ist also der durchschnittliche Kaufkurs dieser beiden Transaktionen? Der Betrag von 75 EUR ist zwar der Mittelwert aus 100 EUR und 50 EUR, aber nicht der durchschnittliche Kurs, zu dem die Transaktionen durchgeführt wurden. Tatsächlich liegt der durchschnittliche Kaufkurs niedriger und zwar bei 66,67 EUR. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Der Anleger erhält bei einem Kurs von 50 EUR doppelt so viele Anteile wie bei einem Kurs von 100 EUR. Noch extremer ist der Fall, wenn der Kurs von 100 EUR auf 1 EUR fällt. Hier erhält der Anleger für einen Betrag von 100 EUR statt 1 Anteils gleich 100 Anteile und der durchschnittliche Einstiegskurs fällt entsprechend.

Sie sehen: Mit einem Sparplan, der regelmäßig einen festen Betrag investiert, lässt sich der durchschnittliche Einstiegskurs senken und damit der Ertrag erhöhen. Aber ist diese Methode nun besser, als das gesamte Kapital auf einmal zu investieren? Wie schon oben beschrieben: Rein statistisch ist es langfristig immer noch am ertragreichsten, das Kapital sofort und vollständig am Markt zu investieren. Dies liegt daran, dass die Märkte langfristig durchschnittlich steigen. Nur in Phasen, in denen die Märkte seitwärts laufen oder Verluste aufweisen, ist es besser, das Anlagekapital schrittweise zu investieren.

Die Wertentwicklung von Kapitalmärkten ist natürlich schwer zu prognostizieren, und welche Marktphase genau bevorsteht, lässt sich kaum sagen. Machen Sie daher Ihre Investitionsentscheidung vielmehr von Ihrer persönlichen Risikoneigung abhängig. Ein Sparplan kann helfen, das Risiko zu dämpfen, und ist obendrein noch komfortabel: Sie stellen den Sparplan einmal ein und Ihr Anlagekapital wird automatisch von Ihrem Verrechnungskonto eingezogen und angelegt. Dadurch disziplinieren Sie sich, regelmäßig einen Teil Ihres Einkommens gewinnbringend am Markt anzulegen und müssen nicht jedes Mal selbst aktiv werden. Die Strategien von easyfolio eignen sich dabei hervorragend für Sparpläne. Wählen Sie hierfür einfach eine Strategie aus, die Ihrem persönlichen Rendite-/Risiko-Profil entspricht und legen Sie regelmäßig einen festgelegten Betrag in dieser Strategie an. Sie sehen: Anlegen kann auch einfach sein – einfach easyfolio.

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Lennart Segler ist Portfolio Manager bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers und für die Steuerung der easyfolio-Strategien verantwortlich. Als ausgewiesener Experte für Investmentfonds kommentiert er in seinen Beiträgen die Entwicklung der easyfolios und beleuchtet interessante Fragestellungen aus dem Portfolio Management.

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